Lattenrost selber bauen

Zu einem komfortablen Bett gehören ein Bettgestell, eine gute Matratze und ein Lattenrost. Wie sich jetzt zeigte, wird der Lattenrost in seiner Bedeutung überschätzt. Ausnahme: Wenn man Liegepositionen verändern, also etwa die Kopfhöhe in einem Bett variieren möchte und eine geeignete Matratze das mitmacht, dann ist ein verstellbares Lattenrost notwendig. Solches ist in der Luxusversion auch elektronisch steuerbar erhältlich.

Für ein einfaches Bett reicht ein einfacher Lattenrost. Dieser sorgt dafür, dass die Matratze ausreichend belüftet wird. Dies ist notwendig, weil wir im Schlaf zwischen einem halben und einem Liter Schweiß verlieren. Will man die Garantieleistungen der Matratzenhersteller in Anspruch nehmen, so ist das Nutzen einer Matratze nur mit Lattenrost möglich. Aber einen solchen einfachen Lattenrost muss man nicht kaufen. Mit einfachen Mitteln und Werkzeugen lässt sich dieser schnell und für wenig Geld selberbauen.

Material

Für den selbstgemachten Lattenrost baut man sich zunächst einen Rahmen. Hierfür braucht es vier Holzlatten: Das geeignete Material dafür ist Tannen- oder Fichtenholz.
Aus gleichem Holz braucht es noch 14 Latten. Zur Montage benötigt man 36 Holzdübel und 4 Holzschrauben mit einem flachen Kopf.

Werkzeug

Als notwendiges Werkzeug legt man sich die folgenden Dinge zurecht:

  • eine Bohrmaschine mit verschiedenen Holzbohrern
  • eine Hand- oder elektrische Stichsäge
  • (Gummi)hammer
  • Schraubendreher oder Akkuschrauber
  • Zollstock
  • Schleifpapier mit feiner Körnung
  • Bleistift

Lattenrost Bauanleitung

In der Bemessung wird hier von einem Standardbett 90 X 200 cm ausgegangen. Für einen dazu passenden Rahmen eines selbstgebauten Lattenrostes braucht man 3 Hölzer mit den Maßen 200 x 4,8 x 2,4 cm. Die beiden langen Rahmenhölzer kürzt man so ab, dass sie ein bis zwei Millimeter kürzer sind als das Innenmaß des Bettgestells. Das wird je nach Bettkonstruktion etwa bei 198 cm liegen. Aus dem dritten Holz werden die beiden Querhölzer für den Rahmen mit einer Länge von je 78,7 cm gesägt. Alle Schneidekanten werden dann mit feinkörnigem Schleifpapier geglättet.

In diesen Rahmen werden 14 Latten mit dem jeweiligen Maß von 78,5 x 4,8 x 2,4 cm eingepasst. Dafür bohrt man an die Stirnseite der 14 Rostlatten je ein Dübelloch mit je 2 cm Tiefe und 1,2 cm Durchmesser. Passende Löcher werden dann in die Längsholme des Rahmens gebohrt, so dass die 14 Latten mit einem jeweiligen Abstand von 6 cm befestigt werden können. Hierfür nimmt man Holzdübel mit dem Maß 1 x 4 cm. Der Abstand von 6 cm ist auch für alle Kaltschaum- und Latexmatratzen gut bemessen. Da jede Rostlatte 2 Dübel hat und man 8 Dübel braucht, um die vier Hölzer des Rahmens zu fixieren, sind 32 Holzdübel notwendig.

Die Rostlatten werden mit den Holzdübeln in die passenden Löcher der langen Rahmenhölzer gesteckt. Dies ergibt eine flexible Verbindung. So können die Latten beweglich auf variierende Belastung reagieren. Nur die vier Rahmenhölzer werden, durch die Dübel in Position gehalten, mit den Holzschrauben fest verbunden. Sollte eine Latte ausgetauscht werden müssen, löst man einfach die Rahmenschrauben. Eine vorgefertigte Ersatzlatte kann leicht wie beschrieben flexibel eingesteckt werden.
Bei einem breiteren Bett müssen die Rostlatten entsprechend länger gehalten sein.

Bei einer Breite über 140 cm sollte man längs eine zusätzliche Mittelleiste montieren, die mit zwei Holzfüßen abgestützt zusätzlichen Halt gibt. Bei breiten Betten mit zwei Matratzen bietet es sich an, für jede Matratze ein eigenes Lattenrost zu bauen. Eine Mittelstütze wird ein Bettgestell in dieser Breite bereits haben.

Ein Extratipp zum Schluss: Damit der Lattenrost rutschfest und geräuschfrei in dem Bettgestell aufliegt, kann man die Auflagefläche mit Dämmfilz bekleben. Diesen gibt es als Platten zuschneidbar in Baumärkten zu kaufen. Er wird sonst genutzt zum Bekleben der Standflächen von Stuhlbeinen, um Holzböden zu schonen.

Stiftung Warentest Lattenrost Test

Die bekannte Stiftung Warentest hilft nicht nur, Waren mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Manchmal wird auch die Unsinnigkeit mancher Produkte im Test deutlich. So war es im Oktober 2015 bei den Lattenrosten: Die Stiftung Warentest testete diverse Lattenroste bis zu einem Kaufpreis von 1000 Euro. Das ernüchternde Ergebnis zeigte, dass kein getesteter Lattenrost besser als mit der Note „ausreichend“ bewertet werden konnte. So gab die Stiftung Warentest die Empfehlung, dass der Erwerb eines teuren Lattenrostes oft nicht sinnvoll sei. Und einen einfachen und ausreichenden Lattenrost kann man leicht selber bauen. Dafür braucht es nicht viel und ist je nach Bettgröße für 30 bis 40 Euro zu bewerkstelligen.